MEDIACODERS

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Solutions for the Media-Industry

[Blogserie] Wie kann ich auf einer Online-Plattform Geld verdienen?

In dieser Blogreihe beschäftigen wir uns mit der Frage, welche digitalen Verbreitungsmöglichkeiten und Vermarktungschancen es für Radiosender gibt. Dabei betrachten und bewerten wir unterschiedliche externe Plattformen.

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Viele Privatradiosender investieren Zeit und Geld in diverse Online-Plattformen. Da ist die Frage nach einem „Return on Invest“ (ROI) eine logische Konsequenz. In den beiden vorangegangenen Artikeln dieser Reihe haben wir dazu bereits die ersten Antworten geliefert – nämlich, wo es sich im Netz als Sender überhaupt lohnt dabei zu sein und wie ich meine Erfolge auf den Plattformen messbar mache.  

Doch dabei handelt es sich zunächst nur um vorbereitende Maßnahmen, will man als Sender im Online-Geschäft stabile Erlösquellen generieren. Diese Entwicklung ist in der Radiobranche noch ganz am Anfang. Trotzdem ist es unserer Meinung nach ein notwendiger Schritt, um das jetzt schon getätigte Engagement auf Kanälen wie Facebook oder YouTube und auch zukünftige Investitionen in digitale Plattformen in einem wirtschaftlich denkenden Unternehmen zu rechtfertigen.

Online wird zum eigenen Geschäftsmodell

Bisher werden die Social-Media-Kanäle vorwiegend zur Markenkommunikation genutzt und zahlen damit auf die für jeden klassischen Radiosender wichtigsten Daten ein: Die halbjährliche MA-Erhebung. Dabei handelt es sich um ein völlig legitimes Modell – immerhin verdient ein Sender mit der Vermarktung seines linearen Programms weiterhin das meiste Geld. Klar ist auch, dass der Effekt „Steigerung der Markenbekanntheit“ durch den Fokus auf die direkte Kapitalisierung aller Online-Aktivitäten nicht verloren gehen würde. Und trotzdem sollten Radiosender unserer Einschätzung nach eine wichtige strategische Entscheidung treffen: Möchten wir im Netz ein reines „Marken-Outcome“ erzielen oder aus dem Online-Engagement ein eigenes Business-Modell machen?

Für Letzteres sollte der Bereich vom Management auch dementsprechend mit Personal und zur Verfügung gestellten Tools professionalisiert werden. Ein werbefinanziertes Geschäftsmodell „Online“ steht aus unserer Sicht auf drei Säulen:

  1. Erstellung von Inhalten & Konzeption von Online-Formaten
  2. Monitoring & Analyse der KPIs
  3. Gleichwertige Ausrichtung des Sales-Managements auf Online (evtl. sogar datengetriebenes Yield-Management)

Return on Invest – was Radiosender vom eCommerce lernen können

Im zweiten Artikel dieser Reihe haben wir uns vorwiegend auf die Leistungs-KPIs (Reichweite, Social Buzz eines Beitrags etc.) konzentriert. Jetzt soll der Fokus auf den Return on Invest gelegt werden, der eng mit der Werbe-Vermarktung eines Senders verknüpft ist. Dazu lohnt es sich auf die ROI-Berechnungen im eCommerce einen Blick zu werfen. Dort werden die Akquise-Kosten vom Ertrag eines Neukunden subtrahiert, um den ROI einer Marketing-Aktion zu berechnen – wie hier am Beispiel Search-Engine-Optimization (SEO) deutlich wird.

Überträgt man das Modell auf Radiosender, müssten diese den Ertrag eines einzelnen Webseitenbesuchers oder Webstream-Hörers errechnen. Dies geht am einfachsten über das Kumulieren der TKPs (Tausend-Kontakt-Preis) der einzelnen Vermarktungsflächen (Wallpaper, Pre-Stream-Ad, In-Stream-Ad, Video-Ad etc.). Anschließend kann dann für jeden einzelnen Online-Kanal berechnet werden, wieviel Umsatz durch von Aktivitäten auf dieser Plattform  (z.B. Sponsored Posts auf Facebook) weitergeleitete Nutzer verdient wurde.

Aber welche Möglichkeiten zur direkten oder auch indirekten Monetarisierung meiner Maßnahmen gibt es denn überhaupt auf den einschlägigen Online-Plattformen? Dazu unterscheiden wir in unserer Auswertung zwischen den zwei Begriffen „Promotion“ und „Werbung“:

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Facebook

Das weltweit größte soziale Netzwerk bietet dem Betreiber einer Fanseite eine Vielzahl an Marketing-Möglichkeiten. Möchte ein Sender die Fans auf seine Webseite oder in den Player lotsen, dann reicht es manchmal schon, einen Direkt-Link in einen Facebook-Post einzubauen. Aber Vorsicht! – es ist ein Irrglaube zu denken, dass man durch permanentes Promoten der eigenen Inhalte die Hörer in den Stream oder auf die Seite bekommt. Die Nutzungssituation auf einer Plattform wie Facebook ist sehr speziell: Der Nutzer möchte an Ort und Stelle unterhalten werden und ist nicht immer gewillt, zu einem anderen Kanal zu wechseln. Deshalb ist es wichtig, dass so ein Post immer einen anreizschaffenden Mehrwert für die eigene Zielgruppe mit sich bringt. Der einfache Hinweis, dass jetzt die Morningshow beginnt, lässt die wenigsten Nutzer auf den Playerlink klicken – denn die Morningshow gibt’s ja jeden Tag.

Hat man einen besonderen, anreizschaffenden Inhalt erstellt (z.B. Mitmach-Aktion, Gewinnspiel, besonderer eigener Content), dann lohnt es sich auf Facebook beispielsweise in einen Sponsored-Post zu investieren. Dieser wird nach dem Cost-per-Click-Verfahren in den Time-Lines einer vom Sender selbst zusammengestellten Zielgruppe angezeigt.

Eine eigenständige Vermarktung mit z.B. klassischen Werbebannern auf der Fanseite ist bei Facebook (und bei den meisten anderen Online-Plattformen) nicht möglich. Dennoch gibt es dort für Radioseder genügend Spielraum für Sonderwerbeformen im Bereich des Product Placements oder bei von Werbepartnern gesponserten Rubriken. Dabei ist eine intensive Abstimmung zwischen der Social-Media-Redaktion und dem Sales-Management unabdingbar, da eine gut gemeinte Werbeaktion das inhaltliche Konzept des Storytellings negativ beeinflussen kann - und dadurch auch der „Erfolg“ einer Fanseite gefährdet werden könnte. Die ideale Reihenfolge lautet also: Erst ein gemeinsames Konzept erstellen und dann den Verkauf starten.

Twitter

 Bei Twitter gelten beim Thema Promotion dieselben Voraussetzungen wie bei Facebook. Allerdings gibt es für Unternehmen insbesondere im Bereich der bezahlten Posts wesentlich weniger Möglichkeiten – die sogenannten Promoted Posts können erst ab einem Werbespending von 15.000 Euro in den ersten drei Monaten gebucht werden. Sicherlich eine unrealistische Investition für einen Radiosender, zumal der Kurznachrichtendienst in Deutschland eher wenig Nutzerzuspruch entgegenkommt.

Trotzdem kann das Retweeten eines Sender-Posts durch einen Twitter-User mit großer Reichweite (vielen Followern) einer Programm-Aktion einen enormen Schub geben. Für den Bereich Werbung bieten sich hier natürlich Kooperationen mit zielgruppenspezifischen Werbepartnern an.

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Tabelle in Großansicht

Vine

Der Short-Videodienst aus dem Hause Twitter wurde in dieser Artikelreihe schon mehrmals als eine Plattform vorgestellt, die Spielraum für innovative Web-Formate bietet und im Gegensatz zu längeren YouTube-Produktionen mit viel weniger Aufwand umgesetzt werden können. Eigentlich genau die richtige Bühne für die Personalitys im Sender.

Besondere Werbetools werden hier zwar nicht angeboten – dennoch sind bei Vine inzwischen immer mehr „Brands“ unterwegs. Kooperationen oder auch Product Placement sind nämlich auch in einem 6-Sekunden-Video möglich.

YouTube

Bei YouTube gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, um seine vermarktbaren Flächen zu promoten – das funktioniert mit Links im Beschreibungstext oder aber auch mit den sogenannten „Verknüpften Werbeanzeigen“, womit Popup-Links gemeint sind, die beim Anschauen des Videos angezeigt werden. Hier gibt es also für Radiosender jede Menge Spielraum, um mit den eigenen Nutzern zu interagieren.

Anders als bei Facebook sollten die Bemühungen bei YouTube jedoch weiterhin auf das Sammeln von Fans, in diesem Fall von Kanal-Abonnenten, gesetzt werden. Zum Beispiel mit der Platzierung eines Trailervideos über AdWords kann ein Radiosender – mit gutem Video-Content im Gepäck – neue Fans gewinnen und damit innerhalb der Videoplattform an Reichweite gewinnen. Und genau die ist wichtig, wenn man die von YouTube angebotene Vermarktung (in Form von InStream-Spots) für die eigenen Videos nutzen möchte. Herausragend sind die Erlöse über dieses Partnerprogramm erfahrungsgemäß nicht – und trotzdem ist es eine gute Möglichkeit auf einer externen Plattform mit seinen Inhalten einen direkten „Return on Invest“ einzustreichen.

SoundCloud

Die Audio-Plattform SoundCloud ist selbst noch auf der Suche nach einem eigenen Geschäftsmodell. Das liegt womöglich auch daran, dass für Marken bisher nur sehr begrenzte Möglichkeiten zur Eigenvermarktung angeboten werden und mit Werbeeinbelendungen zunächst nur experimentiert wurde. Darunter fallen wohl auch die Beta-Tests unter dem Namen „Pro Partner“, wo ausgewählte Marken aus der Kategorie „Red Bull“ ihre Profilseite besonders aufwerten und vermarkten können.

Was macht man da als Radiosender? Auf jeden Fall ähnlich wie bei YouTube versuchen, durch guten Content und geschickter Verbreitung viele Abonnenten für den eigenen Kanal zu gewinnen. Sollte nämlich in Zukunft das Partner-Programm für alle Marken geöffnet werden, stünde man bereits mit einer soliden Reichweite in den Startlöchern.

Webseite/Player/App

Bei den bisher aufgezählten Online-Plattformen gibt es praktisch keine direkten Vermarktungsmöglichkeiten für Radiosender. Umso wichtiger sind folglich die selbst betriebenen Angebote im Netz, wie z.B. die Webseite oder die mobilen Apps. Hier werden durch in der Online-Branche etablierte Reichenweitenmessungen wie von der IVW oder AGOF vermarktbare Werte geschaffen. Für Radiosender bleiben diese Flächen online das absolute Kerngeschäft, zumal sie auch die Voraussetzung für die oben angesprochene Berechnung des ROIs darstellt.

Erfolgreich im Netz durch enge Absprache zwischen Radaktion und Vertrieb

Wenn man sich als Radiosender also dazu entscheidet, im Netz mehr als nur Markenkommunikation zu betreiben, dann merkt man schnell, dass dies nur durch eine Professionalisierung seiner strategischen Online-Aktivitäten funktionieren wird. Wie bereits oben erwähnt müssen dafür auch personelle Ressourcen freigesetzt werden (Startups lösen das z.B. so: Growth Hacker), sowie eine enge Absprache zwischen der Redaktionsleitung und dem Sales-Management stattfinden.

Ein Erfolg garantierendes Online-Geschäftsmodell für klassische Radiosender gibt es noch nicht – auch die von uns hier geschilderten Maßnahmen sind nur ein Anfang. Das Geld wird immer noch anderer Stelle verdient. Das Online-Werbevolumen ist zwar ungleich größer als im UKW-Geschäft, doch das Geld wird auch auf wesentlich mehr Schultern verteilt – die Konkurrenz ist also groß.

Trotzdem sind wir der Meinung, dass sich Investitionen in ein Online-Geschäftsmodell aufgrund des immer weiter wachsenden Stellenwerts von digitalen Plattformen mittelfristig auszahlen werden. Nicht zuletzt die in diesem Jahr gestartete Ausweisung der Online-Hörerzahlen (MA IP Audio) zeigt deutlich, dass die Vermarktung von erfolgreichen UKW-Marken im Internet ernstzunehmend an Bedeutung gewinnt. Es lohnt sich also für jeden Radiosender bei seinen Online-Engagements einiges auf den Prüfstein zu legen und zukünftige Erlösquellen für sich zu erschließen.   

Autor: Brian Rupp

[Blogserie] Woran kann ich den Erfolg auf einer Plattform konkret messen?

In dieser Blogreihe beschäftigen wir uns mit der Frage, welche digitalen Verbreitungsmöglichkeiten und Vermarktungschancen es für Radiosender gibt. Dabei betrachten und bewerten wir unterschiedliche externe Plattformen.

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Die Frage sollte eigentlich zunächst lauten: Was verstehen wir als Sender unter Erfolg? Denn hier müssen vorab konkrete Ziele formuliert werden, damit die Erfolge auf einer Online-Plattform wie z.B. Facebook für den eigenen Sender auch wirklich mess- und auswertbar werden.

Der Schlüssel zu einer betriebswirtschaftlichen Erfolgsmessung sind erfahrungsgemäß die sogenannten Key Peformance Indicators (KPIs) – also per Definition die Kennzahlen, anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad der gesteckten Ziele abgelesen werden können. Vor einigen Jahren galt hier im Falle von Facebook beispielsweise noch die steigende Zahl der eigenen Seiten-Fans als handfester Indikator, den man mit wachsendem Erfolg auf der Social-Media-Ebene gleichgesetzt hat. Heute braucht es strenggenommen für jede einzelne Online-Plattform ein lückenloses Monitoring und eine intensive Analyse aller anfallenden Zahlen, um belastbare und aussagekräftige KPIs für den eigenen Sender erstellen zu können.

Qualität schlägt Quantität – meistens!

Quantitative Daten wie die bereits erwähnten Facebook-Fans reichen da nicht mehr aus – es ist durch teure Gewinnspielpreise oder auch gekaufte Fans mittlerweile zu einfach geworden, diese Zahlen künstlich in die Höhe zu treiben. Hinzu kommen noch die großen Veränderungen des Timeline-Algorithmus. Kurz: Quantitative Größen haben nur noch wenig Aussagekraft.

Es braucht demzufolge qualitative KPIs, die im besten Fall auf die individuellen Zielsetzungen des jeweiligen Unternehmens abgestimmt sind! Dies können sowohl die indirekte Umsatzsteigerung durch Gewinnung von Neunutzern auf vermarktbaren Flächen (direkt messbar) oder aber die Steigerung der Markenbekanntheit sein (schwer messbar). In der Umsetzung ist diese Forderung definitiv eine Herkulesaufgabe für jeden Radiosender, denn sowohl das permanente Monitoring als auch die regelmäßige Auswertung der Online-Aktivitäten kosten Zeit und Ressourcen von Fachkräften. Zumal die Ableitung von konkreten Social-Media-Zielen für ein Unternehmen zu den Aufgaben des Managements gehören sollte. Es ist damit ein Trugschluss, dass Social Media einen komplett kostenlosen Kommunikationskanal darstellt.

Aber wie können solche qualitativen Online-KPIs für einen Radiosender denn nun aussehen?

Ein klassisches Beispiel: Die Reichweite eines Beitrags auf einer Plattform gemessen in Shares, Likes und Kommentaren. Dabei spielt das Metrik-Verständnis eine entscheidende Rolle: Bekommt man bei 40.000 Fans für einen Beitrag 300 Shares ist das auf den ersten Blick sicher ein gutes Ergebnis. Dabei sollte natürlich auch das Benchmarking mit Konkurrenz-Sendern immer mit einbezogen werden – wonach die Zahlen im Vergleich möglicherweise eher unbefriedigend sein können.

Oftmals kann man wichtige Zahlen aus den Insights – den Statistikseiten - des jeweiligen Portals herauslesen. Für die KPI müssen dann aber wiederum Vergleichswerte gesetzt werden – also z.B. vergangene, ähnliche Beiträge oder Beiträge von der direkten Konkurrenz. Und es gibt hier noch viele weitere Indikatoren, wie zum Beispiel das Buzz-Volumen eines Beitrags oder das Verhalten der besonders wichtigen „Markenbotschafter“ unter den Nutzern.

Mit KPI-Analyse Schritt für Schritt zum Erfolg

Für Radiosender spielt natürlich auch die Conversion der Social-Media-Nutzer zu Online-Nutzern und Streamhörern des eigenen Programms eine wichtige Rolle. Dazu sollten idealerweise Tracking-Links auf allen Online-Plattformen verwendet werden, damit man über Google Analytics z.B. die Herkunft eines neuen Streamhörers eindeutig ableiten kann. Das Ergebnis kann hier für eine Plattform wie Facebook unter Umständen zunächst völlig unbefriedigend sein – doch hat man dann die Chance mit den gewonnenen Erkenntnissen auch inhaltlich etwas Neues auszuprobieren und sich so Schritt für Schritt der erfolgreichsten Variante zu nähern.

Was hier so einfach klingt, erfordert ein hohes Maß an Konsequenz und Genauigkeit. Die Vorteile einer intensiven KPI-Analyse liegen aber auf der Hand:

1) Online-Erfolge lassen sich viel besser erkennen, nachweisen und vermarkten.

2) Entscheidungen über den Umfang des Engagements auf einer Plattform lassen sich durch die konkrete Ausformulierung der eigenen Ziele und die KPIs wesentlich einfacher treffen.

Das heißt natürlich nicht, dass man seine Entscheidungen komplett an den KPIs festmachen sollte. Wie im ersten Beitrag dieser Artikelreihe bereits beschrieben wurde, müssen ja nicht alle Online-Aktivitäten ein direktes Erlösmodell vorweisen – auch die schwer messbare Steigerung der Markenbekanntheit hat ihren ganz eigenen Wert.

Welche Möglichkeiten der Erfolgsmessung es bei unterschiedlichen Plattformen gibt, haben wir in dieser Liste einmal umrissen:

Facebook

Mit Sicherheit die Plattform, die aufgrund ihrer Größe am genausten unter die Lupe genommen wird. Die kostenlos zur Verfügung gestellten Statistiken zur eigenen Facebook-Seite liefern viele spannende Zahlen und Fakten mit denen man die individuellen KPIs berechnen kann (Beispiele s. oben). Dazu zählen auch demografische und geografische Fakten über die eigenen Fans. Übrigens: Die Angabe „Personen sprechen darüber…“ wird ab Juli 2014 nicht mehr ausgeliefert – eine etwas undurchsichtige Statistikzahl, die häufig kritisiert wurde. Aber es gibt auch externe Tools, die dir bei der Fansseiten-Analyse helfen können.

Twitter/Vine

Die Vine-App ist ein Angebot von Twitter, weshalb der Kurznachrichtendienst auch die größte Verbreitungsplattform der 6-Sekunden-Clips ist. Für beide Plattformen werden keine offiziellen Statistiken für die Berechnung von KPIs ausgewiesen – allerdings gibt es eine Fülle an zum Teil kostenlosen Tools, um z.B. den Social Buzz eines Beitrags (Retweets, Favourites) oder der eigenen Marke (Follower-Wachstum, Mentions) auszuwerten. Erfahrungsgemäß werden über Twitter – auch bei Radiosendern – kurze Serviceanfragen beispielsweise zum Programm, zu Gewinnspielen oder zu den Moderatoren gestellt. Setzt man sich also vorab das Ziel, eine möglichst enge Bindung zum Hörer aufzubauen, dann kann man selbstverständlich auch die eigene Servicequalität messen. Man könnte also z.B. alle vom Social Media-Team gelösten Hörerfragen mit der Gesamtzahl der gestellten Fragen ins Verhältnis setzen (Issue Resolution Rate) und somit eine aussagekräftige Service-KPI generieren.

YouTube

Das weltweit größte Videoportal liefert den Kanalbetreibern eine Vielzahl an Statistiken aus. Darunter neben den häufig genannten Views auch die Anzahl der Kommentare, Shares sowie demografische Daten der Zuschauer, die durchschnittliche Watch-Time oder die Besucherquellen der einzelnen Videos. YouTube ist zwar kein originärer Kanal für Radiocontent – und trotzdem versuchen sich viele Sender auf dieser Plattform. Zurecht, denn YouTube ist ein idealer Marken-Satellit mit dem man sogar Geld verdienen kann (s. Artikel 3 dieser Reihe). Wichtigste Voraussetzung ist da natürlich guter Content, der durch die Auswertung der gesammelten Kennwerte immer weiter optimiert werden kann. Ein entscheidender Indikator kann beispielsweise die durchschnittliche Abbruchrate beim Schauen eines Clips sein. Ist diese besonders hoch, liegt es nahe, dass man z.B. an der Formatlänge noch Änderungen vornehmen sollte.

SoundCloud

Bei SoundCloud können im Basisangebot zunächst nur die Zahl der Abonnenten des sendereigenen Kanals sowie die Anzahl der Plays, Likes, Comments und Downloads der jeweiligen Beiträge statistisch ausgewiesen werden. Im Pro-Account gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit einer demografischen und geografischen Auswertung vom eigenen Angebot. Besonders spannendes Feature: Die Aufschlüsselung der unterschiedlichen Plattformen (App, Facebook, Embed-Player etc.) über die ein Beitrag abgespielt wurde.  Stellt man bei der Auswertung fest, dass beispielsweise kurze Comedy-Audios mobil besonders gut „funktionieren“, dann kann die Redaktion ihr SoundCloud-Engagement in diese Richtung hin intensivieren.

Spotify

Die Erfolgsmessung einer sendereigenen App oder Playlist auf Spotify muss sich nicht nur auf die Aufzählung der Download- bzw. Abonnenten-Zahl beschränken. Interessant wird es dann, wenn man diese Zahlen z.B. mit der Häufigkeit der Nennung im Programm oder auf anderen Plattformen ins Verhältnis setzt.

Mobile Seite/Player

Das mobile Radiohören über IP ist bereits ein zentraler Baustein der Verbreitungsstrategie vieler Sender. Ob über die App oder den mobiloptimierten Player – die Streamstarts und Sessions werden u.a. bei der Vermarktung zu einer immer wichtigeren Währung. Als Schlüsselindikator könnte da beispielsweise die User-Experience beim Nutzen der mobilen Angebote sein. Eine mögliche Frage könnte in dem Zusammenhang sein, wie viele Klicks sind nach einer Google-Suche nach dem Sender nötig, um den Player zu starten? Um herauszufinden, welcher „Weg ins Programm“ vom Hörer bevorzugt wird, könnte man auch nach dem Verhältnis zwischen Streamstarts in der App und denen im mobilen Player fragen. Durch die Analyse des Nutzerverhaltens und den KPIs wären dann auch für Radiosender solche spannenden Ansätze wie „Predictive Content-Marketing“ umsetzbar. Dabei merkt sich z.B. die Senderapp, dass ein Nutzer regelmäßig die Wetterdaten prüft und fügt diese als automatisch ganz oben auf dem Startscreen der App ein.

Tools helfen bei der Auswertung der Daten

Man merkt schnell – bei den Zielsetzungen und den davon abgeleiteten KPIs gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Wer auf Online-Plattformen, insbesondere Social Media-Kanälen, seine Erfolge messen möchte, muss folglich ein konsequentes Monitoring sowie eine regelmäßige Analyse der Zahlen durchführen. Tools, die einem dabei helfen, gibt es für die klassischen KPIs (z.B. Reichweite, User Engagement etc.) zu Hauf. Eine in der Netzwelt bereits etablierte Social-Media KPI ist z.B. Klout. Und überhaupt können Kennzahlen, die heute noch wichtig sind, zukünftig durch neue Entwicklungen überholt werden – wie in diesem aktuellen Beispiel die gemessene Aufmerksamkeit der Nutzer die altbekannten Klickzahlen ablösen soll.  

Für die individuellen Anforderungen und Zielsetzungen eines Radiosenders kommt man aber wohl nicht umhin, ein eigenes Analyse-System zu entwickeln. Zumal die Anforderungen von Radiosendern als Medienunternehmen hier – wie bereits erwähnt – noch einmal ganz eigene sind. Im Vergleich dazu gibt es beispielsweise für eCommerce-Anbieter eine wachsende Zahl von sogenannten Business Intelligence Anwendungen. Womöglich auch für Radiosender eine lohnenswerte Investition, zumal wir erst im nächsten Artikel dieser Reihe auf die konkreten Vermarktungs- und Promotionmöglichkeiten auf externen Plattformen eingehen werden. Und da geht es dann ums Geld. 

Autor: Brian Rupp

[Blogserie] Auf welchen Online-Plattformen sollten Radiosender vertreten sein?

In dieser Blogreihe beschäftigen wir uns mit der Frage, welche digitalen Verbreitungsmöglichkeiten und Vermarktungschancen es für Radiosender gibt. Dabei betrachten und bewerten wir unterschiedliche externe Plattformen.

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Diese Frage ist pauschal eher schwer zu beantworten, denn sie hängt ganz stark von den gesteckten Zielen und natürlich der Zielgruppe des jeweiligen Radiosenders ab. Vor jedem Engagement in einem neuen Sozialen Netzwerk oder einer anderen Content-Verbreitungsplattform sollten sich die Verantwortlichen deshalb zunächst fragen: Was genau wollen wir über diesen Kanal erreichen?

Das oberste Ziel eines jeden privaten Senders ist natürlich eine kurz- bis mittelfristige Monetarisierung der redaktionellen Bemühungen auf einer solchen Plattform – kurz: Im besten Fall werden neue Hörer gewonnen bzw. die Nutzer auf vermarktbare Flächen (z.B. die Senderwebseite) gelotst oder im Webradioplayer zu Hörern gemacht.

Große Konkurrenz im Netz

Der Weg zum finanziellen Online-Erfolg – wenn es ihn heute überhaupt schon gibt - ist allerdings ziemlich undurchsichtig. Denn anders als im „analogen“ UKW-Geschäft, ist die Konkurrenzsituation um die Aufmerksamkeit der Nutzer aufgrund des gigantischen Angebots im Netz eine wesentlich härtere. Der Online-Werbekuchen ist zwar größer, muss aber auch auf wesentlich mehr Player aufgeteilt werden (Zahlen vom VPRT).

Natürlich geht es den klassischen Radiosendern heutzutage nur zum geringen Teil um den direkten finanziellen Erlös ihrer Bemühungen im Netz. Denn ein guter Auftritt auf einer digitalen Plattform dient auch der eigenen Markenkommunikation – und zahlt bestenfalls auf die klassische halbjährliche MA-Analyse ein. Es geht also primär um die Stärkung der UKW-Marke. Es ist aber gut möglich, dass sich diese Fokussierung mit der fortschreitenden Veränderung des Nutzerverhaltens in Zukunft ändern wird und Investitionen in „Online“ sich dann selbst tragen müssen. Soweit ist es aber noch nicht.

Jeder Sender braucht eine Online-Strategie

Und trotzdem lohnt es sich als Radiosender auf vielen unterschiedlichen Online-Plattformen (und nicht nur Facebook und Twitter) vertreten zu sein – allerdings nur gekoppelt an eine ganzheitliche Sender-Strategie. Warum? Nur so kann Radio von den jetzt schon vorhandenen Erlösquellen profitieren. Und auch an der steigenden Relevanz der IP-Verbreitung und der mobilen Nutzung sollte eigentlich nicht mehr gezweifelt werden, wie auch Zukunftsforscher Babak Zeini auf dem Radio Ad Summit prophezeite. Digitale Erlösmodelle für Radiosender – nur wie kommen wir dahin?

Am besten über die eigenen Inhalte – zumindest ist das der erste Schritt. Denn nur mit guten und teilbaren Inhalten lohnt es sich auf externen Plattformen überhaupt vertreten zu sein. In eine solche Content-Strategie passt - auch für Radiosender - das Prinzip des „Storytellings“: Für das gesamte Programm und alle externen Plattformen wird eine inhaltliche Leitidee entwickelt und konsequent verfolgt. Laut Marketing-Experten Mirko Lange sind dann die Ausspielkanäle fast schon nebensächlich.

Facebook ist nicht alles!

Doch unserem Eindruck nach beschränken sich immer noch zu viele Radiomarken auf die vermutlich reichweitenstärkste Plattform: Facebook. Dabei gibt es noch so viele andere Kanäle, die man im Idealfall für den Sendererfolg nutzen kann. (Nebenbei arbeiten wir daran, wie dabei die Ressourcen in der Redaktion geschont werden können.)

Bevor wir also in einem der nächsten Artikel dieser Reihe zu den Themen Vermarktung und Promotion kommen, geht es hier erst einmal nur um die inhaltlichen Möglichkeiten auf unterschiedlichen Online-Plattformen:

SoundCloud

Wird oft als „Youtube für Audio“ bezeichnet und von Radiosendern trotzdem nur wenig genutzt. Warum eigentlich? Selbst wenn der Kanal nur wenige Abonnenten hat, der Embed-Player ist perfekt geeignet, um den eigenen Content in anderen Netzwerken zu teilen. Außerdem: Warum nicht ein Web-Only-Format auf der Plattform starten? Hier können sich die Sender-Personalitys richtig austoben – und nebenbei spart man das Geld für teure Videoproduktionen.

TuneIn

Nach Relaunch der App entwickelt sich der Webradio-Aggregator TuneIn immer mehr zu einem Social-Network. Man kann einzelnen Sendern, Podcasts oder Sendungen folgen und hat als Nutzer ähnlich wie bei Twitter einen persönlichen Newsstream. Bisher sind die Follower-Zahlen die einzig messbare KPI für Radiosender – doch durch den News-Stream könnte sich hier angesichts der hohen Nutzerzahl der App ein ganz neuer Kommunikations-Kanal eröffnen. Da noch in den Kinderschuhen, ist es hier wichtig, ein gepflegtes Senderprofil zur Verfügung zu stellen.

Spotify

Steht hier stellvertretend für alle anderen Musik-Dienste. Vor allem das Erstellen von öffentlichen Playlisten ist der ideale Weg, um die Musikkompetenz des Senders hervorzuheben. Dabei sollte man immer die eigene Leitidee („Story“) im Hinterkopf behalten, damit auch dieser Inhalt problemlos auf allen anderen Plattformen und vielleicht sogar im linearen Programm seinen Platz finden kann.

Vine

Der Shortvideo-Dienst von Twitter ist zurzeit das angesagte Spielfeld aller kreativen Köpfe im Netz und erfordert von der Technik einen wesentlich geringeren Aufwand als eine halbstündige Youtube-Produktion. In 6 Sekunden eine Geschichte erzählen – das passt doch wie die Faust aufs Auge für Radio als das schnellste Medium.

Mobile Seite/Player

Die mobile Audio-Nutzung steigt dank des Smartphones immer weiter – und auch die mobile Audio-Vermarktung wird davon profitieren. Umso wichtiger ist die Bereitstellung einer mobilen Seite bzw. mobilen Players, der sich voll und ganz auf die Vorteile und die Nutzungswünsche des „Unterwegs-Hören“ konzentriert. Zu Bedenken ist aber, dass die Inhalte für dieses Nutzungsszenario speziell aufbereitet werden sollten – ein Einblick hierzu in diesem Artikel von t3n. Die viel besprochenen Möglichkeiten für Radio im vernetzten Auto sind da nur die Spitze des Eisbergs. Letztlich muss die Sender-Story auch mobil erzählt werden: Alle bisher vorgestellten Dienste können dabei helfen.

Google Search

Mit Sicherheit eine Plattform auf der die meisten Sender mit ihrer Webseite ganz weit oben ranken. Aber auch hier gibt es immer etwas zu tun: Was wird bei einer mobilen Suche angezeigt? Kann ich – wenn die Keywords „Verkehr“, „Wetter“ und „Die besten Hits“ zu umkämpft sind – mit anderen zu meiner „Sender-Story“ passenden Suchwörtern punkten? Natürlich kann man auch durch gezielte Schaltung von Werbung besondere inhaltliche Highlights zusätzlich pushen.

Social Media ist auch ein Hörer-Rückkanal

Natürlich gibt es dann noch die aus Sicht eines Radiosenders sicher eher exotischen Plattformen auf der man je nach Zielgruppe vertreten sein kann, das Thema Kapitalisierung des Aufwands vermutlich aber keine große Rolle spielen wird. Hierzu zählen die meist privat genutzten Chat-Dienste wie z.B. Whatsapp über die der Sender beispielsweise eine Staumelder-Gruppe zur Verfügung stellen kann. Aber auch Gewinnspiele über Foto-Dienste wie Snapchat oder Pinterest sowie Aktionen mit Apps wie Quizduell stellen eine Möglichkeit zur Interaktion mit den Hörern dar, die hauptsächlich dem Sender-Image guttun, aber nur schwerlich Geld in die Kassen spülen werden. Trotzdem scheint es zumindest bei den jungen Nutzern einen Paradigmenwechsel bei der Auswahl der Social-Media-Kanäle zu geben.

Zuletzt sollte man auch die Funktion der Social Media-Kanäle als Hörer-Rückkanal nicht außer Acht lassen. Sender denken oft nur an das Hörer-Marketing – dabei bieten sich die Plattformen auch als perfekte Kommunikationsschnittstelle für den Hörerservice an. Die Nutzer stellen Fragen und erwarten selbstverständlich Antworten: Facebook, Twitter und Co. sind eben bidirektionale Medien. 

Autor: Brian Rupp

Medien in der Cloud: Welche Möglichkeiten gibt es?

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Das Buzzword “Cloud” ist schon seit einigen Jahren in aller Munde. Dabei wird die Technologie auch in der Medienbranche wechselweise als IT-Heilsbringer oder eben doch nur als Datenschutz-Teufel beschrieben. 
Um einmal die Möglichkeiten von Cloud-Lösungen aus der Vogelperspektive betrachten zu können, hat der Verband Privater Rundfunk- und Telemedien (VPRT) in Zusammenarbeit mit MEDIACODERS den Workshop “Medien in der Cloud” veranstaltet. Als Teilnehmer kamen über 30 Vertreter von deutschen TV- und Radiosendern. Die führenden Cloud-Anbieter der Branche hatten jeweils Referenten geschickt, um zum einen natürlich ihre unterschiedlichen Angebote zu präsentieren, zum anderen aber auch um konkrete Beispiele aus dem Medienbereich vorzustellen.   

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Bild: Tobias Weisserth von Microsoft (Mitte)

Am Rande der Veranstaltung haben wir die Chance genutzt, uns mit den Cloud-Experten Tobias Weisserth (Program Manager Microsoft Azure), Jens Bussmann (Sales Manager Google Cloud Platform) und Steffen Krause (Technology Evangelist, Amazon Web Services) über ihre jeweiligen Angebote und natürlich auch die Möglichkeiten der Cloud-Technologie für Medienunternehmen zu unterhalten. 

Bedürfnisse der Nutzer ändern sich und schon kommt die Cloud ins Spiel

Ständige Verfügbarkeit der Daten - das ist ein absolutes Kernelement beim Thema Cloud-Computing. Microsoft baut deshalb für seine Azure-Plattform die Anzahl der weltweiten Server-Standorte ständig weiter aus, wie Tobias Weisserth berichtet:

Für Medienunternehmen seien laut Weisserth zur Zeit vor allem die Bereiche On-Demand-Content aber auch das Live-Streaming von Großereignissen von großer Bedeutung. Auf dem Gebiet kann die Microsoft-Cloud auch schon einige Erfolge vorweisen:

Bisher stammen die meisten Medienkunden der Microsoft-Cloud aus den USA - allerdings beobachtet Weisserth auch ein immer größeres Interesse von europäischen Sendern und Verlagen an den Vorteilen und großen Möglichkeiten der Cloud. Oft spielen auch die Bedürfnisse der Nutzer dabei eine wichtige Rolle:

Ein wichtiges Workshop-Thema war natürlich auch der Datenschutz und die Datensicherheit, welche von den unterschiedlichen Cloud-Anbietern gleichlautend versprochen werden. Tobias Weisserth weiß um die Brisanz dieser Debatte und versucht mit Fakten und Argumenten der allgemeinen Skepsis von vielen Medienunternehmen entgegenzutreten: 

Cloud ist nicht nur Streaming - Big Data wird immer wichtiger

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Bild: Jens Bussmann von Google Germany (rechts)

Es ist wenig verwunderlich, dass es beim Cloud-Angebot von Google neben den klassischen Themen wie Verfügbarkeit, Kostenkontrolle oder Skalierbarkeit in Zukunft auch immer mehr um das Thema Datenanalyse gehen wird - insbesondere für Medienunternehmen. Jens Bussmann von Google Germany spricht über Big Data und den Wunsch nach einer personalisierten Programmgestaltung:

Bussmann spürt zwar ein immer weiter wachsendes Interesse an den Cloud-Lösungen von Google. Er versteht aber auch, warum die Innovationen in europäischen Medienhäusern manchmal etwas länger auf sich warten lassen:

Die allgemeine Skepsis, wenn es darum geht, personalisierte Daten in der Cloud zu speichern nimmt Google laut Bussmann sehr ernst. Er sagt aber auch, dass einige ältere Datenschutzrichtlinien inzwischen der Realität mindestens ein Jahrzehnt hinterherhinken:

Datensicherheit ist machbar - aber auch teuer

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Bild: Steffen Krause von Amazon Web Services (Mitte)

Und auch bei Amazon ist der Datenschutz ein absolutes Kernthema, das sich das amerikanische Unternehmen auch einiges kosten lässt, wie Technology Evangelist Steffen Krause weiß:

Im Audio-Bereich vertrauen bereits bekannte Dienste wie z.B. das Berliner Startup SoundCloud oder der Musikdienst Spotify auf die Zuverlässigkeit der Amazon-Cloud. Von den klassischen Medienunternehmen in Deutschland haben bisher überwiegend TV-Sender bzw. Produktionsfirmen innovative Projekte in der Cloud gestartet, wie Steffen Krause berichtet:

Aber Steffen Krause erklärt auch, dass wie sooft in der digitalen Branche zunächst junge Startups die Möglichkeiten einer Online-Infrastruktur erkannt haben - und jetzt langsam die traditionellen Medien nachziehen:

Alle Antworten der Cloud-Experten können Sie auch in dieser Playlist nachhören.

Eine inhaltliche Zusammenfassung des VPRT-Workshops finden Sie hier.

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Bild: Von links nach rechts: Sebastian Artymiak, Jürgen Hofmann (beide VPRT), Dirk Ritters (MEDIACODERS Kiel GmbH), Steffen Krause (Amazon Web Services Germany GmbH), Tobias Weisserth (Microsoft Deutschland GmbH), Jens Bussmann (Google Germany GmbH) und Harald Behnke (ORACLE Deutschland B.V. & Co. KG).

Autor: Brian Rupp

Non-lineare Inhalte beim Privatradio: Mehr als nur Comedy?

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Warum verbreitet sich Audio so selten viral im Netz? Diese Frage stellte sich Anfang des Jahres der amerikanische Journalist Stan Alcorn in seinem in der Radioszene viel beachteten Artikel „Is This Thing On?“. Seine Antworten klingen überwiegend pessimistisch – u.a. beklagt er das komplizierte Teilen von Podcasts bzw. On-Demand-Inhalten sowie das Fehlen von Plattformen, die dieses Problem lösen könnten.

On-Demand-Inhalte sind auf Sender-Webseiten gut versteckt

Doch bevor man sich bei Deutschlands Privatradios über das Thema „Viralität“ Gedanken machen sollte, braucht es erst einmal die passenden Inhalte dazu – und die müssen natürlich online verfügbar sein. Ja, man findet diverse Audio-Angebote in den einschlägigen Podcast-Portalen wie iTunes oder podcast.de. Hauptattraktion sind hier seit Jahren die beliebten Comedyformate.

Doch eine intensivere Suche nach non-linearen Inhalten abseits der Telefonstreiche und Politiker-Parodien stellt sich als nicht ganz einfach heraus: Die Podcasts verstecken sich – wenn überhaupt - in den hintersten Ecken der Webseite, die wenigen tagesaktuellen Audios sind selten mit den dazugehörigen Online-Artikeln verknüpft und die Pflege der eigenen Inhalte auf externen Plattformen wird häufig wenig konsequent verfolgt.

Statt das eigene Audio-Potential für sich weiter zu nutzen, strengen sich viele Radiomacher in letzter Zeit massiv an, über ihr Geschäftsmodell hinauszuwachsen und beispielsweise mit teils aufwändig produzierten Videoproduktionen online zu punkten. Obwohl im linearen Programm von Sendern wie z.B. Antenne Bayern oder radio ffn doch auch relevante Inhalte laufen. Lokalnachrichten, Telefoninterviews oder Studiogespräche finden jedoch nur viel zu selten den Weg ins Netz.

Meistens fehlt es an einer einheitlichen Verbreitungsstrategie

Trotz alledem merkt man bei der Recherche auf den einzelnen Senderwebseiten und Portalen wie SoundCloud, iTunes oder podcast.de ziemlich schnell: Einzelne Redaktionen versuchen immer wieder, z.B. durch Best-Of-Collagen der Morning-Show oder durch den Upload von Star-Interviews, ihr lineares Programm ins Internet zu verlängern. Doch oft schlafen diese Projekte – vermutlich aufgrund des hohen personellen Aufwands oder dem für Privatsender nicht unwichtigen messbaren monetären Erfolg - wieder ein. Was bleibt, sind ungepflegte Profilseiten ohne aktuellen Inhalt – eine einheitliche Verbreitungsstrategie des eigenen Contents sieht definitiv anders aus.

Musik allein reicht nicht mehr aus – Kooperation als Lösung?

Dabei steigt die Bedeutung von originären Inhalten im Internet immer weiter an und wird somit auch zur großen Chance für Radiosender in der digitalen Welt. Der Deal zwischen Apples iTunes Radio und dem amerikanischen National Public Radio (NPR) oder die Ergänzung des Angebots von US-Dienst iHeartRadio um mehrere Talk-Formate zeigt deutlich, dass Millionen Songs im Netz heutzutage möglicherweise für den großen Erfolg einfach nicht mehr ausreichen. Musik kann man schließlich über diverse Streamingdienste immer und überall konsumieren.

Von einem Kooperationsmodell, wie das zwischen Apple und NPR, könnte sowohl die Musikplattform als auch die Sendermarke profitieren. Darüber hinaus könnte dabei auch neues Werbeinventar entstehen. So platt es also inzwischen klingen mag: (Spoken-Word)-Content is king! – aber dafür muss dieser Content auch online verfügbar gemacht werden und es muss für den Hörer einfach sein und Spaß bringen ihn zu konsumieren.

Aber wie soll das funktionieren?

Die schwierigste, aber auch wichtigste Aufgabe ist es, die eigenen Inhalte aus dem linearen Programm – also auch z.B. live im Studio gefahrene Telefoninterviews – als einzelne Audio-Bits automatisiert herauszufiltern und an zentraler Stelle webfähig zur Verfügung gestellt zu bekommen. Selbst vorproduzierte Strecken müssten hier als „Bausteine“ nach dem in diesem Blog bereits erwähnten BBC-Modell des „Object-Based-Broadcastings“ zu finden sein.

Danach geht es um die oft sträflich vernachlässigte Verschlagwortung und suchmaschinenoptimierte Beschreibung der einzelnen Inhalte. Richtig, das bedeutet viel Arbeit für jede Redaktion – bringt einen aber auch einen großen Schritt näher an die gewünschte einheitliche Verbreitungsstrategie und spart wiederum an anderer Stelle Zeit: Bei NPR nennt man das Prinzip COPE („Create once, publish everywhere“). Die Audio-Beiträge werden produziert und können dann über das eigens entwickelte System vollkommen automatisch auf alle gewünschten Plattformen hochgeladen werden.

Vorbild USA: Mobile Audioportale beliebt bei Autofahrern

Bleibt also die Frage, wo der Content - abgesehen von SoundCloud – überall zur Verfügung gestellt werden soll. Denn: Nicht jeder Audio-Beitrag taugt als eigenständiger Podcast bei iTunes und die Entwicklung einer sendereigenen Mediathek ist teuer.

Auch hier lohnt sich der Blick in die USA, wo Anbieter wie Stitcher oder die äußerst spannende App Swell die Inhalte von vielen verschiedenen Publishern anbieten. Algorithmen entwickeln hier einen individuellen Stream für den jeweiligen Nutzer. Durch die einfache und mobile Nutzung sind beide Dienste besonders bei Autofahrern beliebt. Angesichts der neuen Connected-Car-Systeme von Apple, Google und Microsoft könnte es sich sicherlich auszahlen, auch über ein solches Portal für den deutschen Markt nachzudenken. Vielleicht ja mit den Privatsendern als Antreiber des Projekts? – man wird sehen.

Aber es gibt auch auf dem deutschen Markt ambitionierte Projekte zum Thema „Intelligent Content-Aggregation“. Ein Beispiel ist hier das geplante Portal „my media guide“ vom ehemaligen Radiomacher Stefan Westphal, welches einen auf den Geschmack und die aktuelle Stimmung des Nutzers zugeschnittenen Stream aus Online-Artikeln, Videos und natürlich auch Audios ausliefern soll.

Online-Erfolge bei deutschen Privatradios

Die Analyse der On-Demand-Inhalte der größeren deutschen Radiosender hatte aber auch einige positive Beispiele dafür parat, wie man seine eigenen Inhalte im Netz weiterverbreiten kann. Dazu zählt z.B. das neue App-Update von Hit Radio FFH, die im Gegensatz zu allen anderen Applikationen aus unserer Stichprobe einen eigenen funktionalen Podcast-Bereich anbietet.

Ein weiteres Beispiel ist der private Internetradiosender detektor.fm, der seine Wort-Inhalte sowieso schon permanent zum Nachhören bereitstellt. Jetzt ist das Webradio auch auf Googles Plattform „Play Kiosk“ vertreten – ein mobiler News-Aggregator, der zum Social-Sharing der Inhalte geradezu einlädt.

Zuletzt sollte auch der sogenannte „Poschcast“ von R.SA erwähnt werden – ein wöchentlicher und offizieller Podcast der Nachmittagsmodertoren, der bewusst nicht im linearen Programm läuft und ausschließlich über SoundCloud verbreitet wird. Ein Web-Only-Format bei einem UKW-Sender? Wir finden: Ein guter Ansatz!

Der lange Weg zum erfolgreichen Audio-On-Demand

Überhaupt scheint SoundCloud momentan so ziemlich die einzige Plattform zu sein, über die sich ein gutes Stück Audio im Netz verbreiten kann. Einmal hochgeladen, kann der Beitrag mit einem Klick in den sozialen Netzwerken geteilt und weiterverbreitet werden. Zuletzt hatte so Antenne Niedersachsen dort mit einer Helene Fischer-Parodie zum „Hoeneß-Urteil“ einen großen Erfolg feiern können.

Bei Audio-Beiträgen ist das aber eher eine Seltenheit, wie schon der eingangs erwähnte Artikel zum Thema „Audio-Viralität“ anschaulich beschreibt. Als eine Art optimistische Replik auf die düstere Analyse von Stan Alcorn gilt das Experiment eines Teams von NPR, das durch geschickte Verbreitung die Teilbarkeit von einem Audio-Bit vereinfachen soll.

Scheinbar besteht erfolgreiches On-Demand-Audio also aus drei notwendigen Komponenten: Verfügbarkeit, Teilbarkeit und inhaltlicher Qualität. Mutige Formate und neue Technologien könnten folglich der Schlüssel zu einer für Privatradios auch vermarktbaren Digitalisierung der eigenen Inhalte sein. 

Autor: Brian Rupp

Smartradio-Plattform von MEDIACODERS: Audio wird im Netz sichtbar

[Pressemitteilung] Kieler Unternehmen mit RadioDNS auf der NAB Show in Las Vegas

Nicht erst seit den Radiodays Europe ist klar: Radio muss endlich im digitalen Zeitalter ankommen. Unsere Inhalte müssen durchsuchbar werden, um noch mehr Traffic von Suchmaschinen auf die eigenen Angebote umzuleiten. Auch die Teilbarkeit in sozialen Medien wird wichtiger, um virale Effekte dort optimal ausnutzen zu können.

Damit Radio auf diesem Gebiet aufholen kann, müssen sich die Sender auf viele neue Anforderungen einstellen: Inhalte müssen konsequent mit Metadaten versehen und auf verschiedenen Plattformen, wie YouTube, Facebook und SoundCloud, angeboten werden. Der produzierte Content muss also im besten Fall jederzeit und in verschiedenen Formaten überall verfügbar sein. Die BBC bezeichnet dies in ihrem Blog als Object-Based Broadcasting.

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Dazu stellt MEDIACODERS seine Smartradio-Plattform iRIS (interactive Radio Information Store) vor – eine modulare Software-as-a-Service-Lösung, die Sendern das Anlegen, Speichern, Anreichern und Ausspielen ihrer Inhalte in verschiedenen Applikationen und auf unterschiedlichen Endgeräten ermöglicht.

Hinter iRIS steht das Prinzip „Create once, publish everywhere“ - kurz COPE

„Das Konzept stammt von National Public Radio (NPR) aus den USA“, so Dirk Ritters, Geschäftsführer der MEDIACODERS Kiel GmbH. Und weiter: „Inhalte werden einmal erstellt und ohne zusätzlichen Aufwand auf verschiedenen Plattformen ausgespielt. Hierzu werden beispielsweise klassische Broadcastformate wie MP2 oder WAV in webfähige Audiodateien wie MP3, AAC oder OGG transcodiert oder von Mitarbeitern per Smartphone-Upload zugesandte Videos so umgewandelt, dass sie direkt in HTML5-kompatible Player eingebettet werden können“. Die Smartradio-Plattform ermöglicht darüber hinaus den automatischen Datei-Upload zu Anbietern wie YouTube und SoundCloud sowie umgekehrt das Einlesen unterschiedlicher Quell-Formate und Datenströme. iRIS kann dabei über Programmierschnittstellen (sogenannte API) an verschiedene Sende- (DALET+, DABiS etc.) und Content-Management-Systeme angebunden werden, um Inhalte zu verdichten oder mit Metadaten anzureichern. iRIS fungiert so als zentrale Content-Drehscheibe zwischen verschiedenen Systemen.

Premiere feiert derzeit das neue Modul „RadioDNS“ auf der NAB Show in Las Vegas, wo MEDIACODERS das gleichnamige Projekt aus Großbritannien unterstützt. 5 Programme der US-Netzwerke Clear Channel und COX Networks nutzen das Modul, um über RadioEPG und RadioVIS automatisch Inhalte darzustellen. Dieses Angebot steht ab sofort auch deutschen Sendern zur Verfügung, um so innerhalb weniger Stunden eine voll funktionsfähige RadioDNS-Umgebung verwenden zu können. Die Technologie ermöglicht es jedem UKW/DAB-Radiosender, sein lineares Programm mit zusätzlichen IP-basierten Daten zu verknüpfen und zu erweitern.

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Bereits seit August vergangenen Jahres nutzen Antenne Niedersachsen und andere Sender die iRIS-Plattform von MEDIACODERS, um redaktionelle Inhalte anzureichern und in diversen Applikationen bereitzustellen. Dabei werden bestehende Systeme nicht verdrängt - iRIS fügt sich im Gegenteil über Schnittstellen sogar nahtlos in die vorhandene Systemwelt des Senders ein.

Über MEDIACODERS:

Bei MEDIACODERS entwickelt ein Team aus Radiomachern und Programmierern gemeinsam digitale Strategien für die Radiobranche und liefert dazugehörige technische Lösungen. Radio ist und bleibt das schnellste Medium. MEDIACODERS gibt ihm den nötigen digitalen Schub. 

Ihr MEDIACODERS-Ansprechpartner für iRIS:

Dirk Ritters

info@mediacoders.de                                                              

+49 431 5606 681

Storify zur Keynote von Helen Boaden auf den Radiodays Europe

Autor: Brian Rupp