MEDIACODERS

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Solutions for the Media-Industry

Smartradio-Plattform von MEDIACODERS: Audio wird im Netz sichtbar

[Pressemitteilung] Kieler Unternehmen mit RadioDNS auf der NAB Show in Las Vegas

Nicht erst seit den Radiodays Europe ist klar: Radio muss endlich im digitalen Zeitalter ankommen. Unsere Inhalte müssen durchsuchbar werden, um noch mehr Traffic von Suchmaschinen auf die eigenen Angebote umzuleiten. Auch die Teilbarkeit in sozialen Medien wird wichtiger, um virale Effekte dort optimal ausnutzen zu können.

Damit Radio auf diesem Gebiet aufholen kann, müssen sich die Sender auf viele neue Anforderungen einstellen: Inhalte müssen konsequent mit Metadaten versehen und auf verschiedenen Plattformen, wie YouTube, Facebook und SoundCloud, angeboten werden. Der produzierte Content muss also im besten Fall jederzeit und in verschiedenen Formaten überall verfügbar sein. Die BBC bezeichnet dies in ihrem Blog als Object-Based Broadcasting.

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Dazu stellt MEDIACODERS seine Smartradio-Plattform iRIS (interactive Radio Information Store) vor – eine modulare Software-as-a-Service-Lösung, die Sendern das Anlegen, Speichern, Anreichern und Ausspielen ihrer Inhalte in verschiedenen Applikationen und auf unterschiedlichen Endgeräten ermöglicht.

Hinter iRIS steht das Prinzip „Create once, publish everywhere“ - kurz COPE

„Das Konzept stammt von National Public Radio (NPR) aus den USA“, so Dirk Ritters, Geschäftsführer der MEDIACODERS Kiel GmbH. Und weiter: „Inhalte werden einmal erstellt und ohne zusätzlichen Aufwand auf verschiedenen Plattformen ausgespielt. Hierzu werden beispielsweise klassische Broadcastformate wie MP2 oder WAV in webfähige Audiodateien wie MP3, AAC oder OGG transcodiert oder von Mitarbeitern per Smartphone-Upload zugesandte Videos so umgewandelt, dass sie direkt in HTML5-kompatible Player eingebettet werden können“. Die Smartradio-Plattform ermöglicht darüber hinaus den automatischen Datei-Upload zu Anbietern wie YouTube und SoundCloud sowie umgekehrt das Einlesen unterschiedlicher Quell-Formate und Datenströme. iRIS kann dabei über Programmierschnittstellen (sogenannte API) an verschiedene Sende- (DALET+, DABiS etc.) und Content-Management-Systeme angebunden werden, um Inhalte zu verdichten oder mit Metadaten anzureichern. iRIS fungiert so als zentrale Content-Drehscheibe zwischen verschiedenen Systemen.

Premiere feiert derzeit das neue Modul „RadioDNS“ auf der NAB Show in Las Vegas, wo MEDIACODERS das gleichnamige Projekt aus Großbritannien unterstützt. 5 Programme der US-Netzwerke Clear Channel und COX Networks nutzen das Modul, um über RadioEPG und RadioVIS automatisch Inhalte darzustellen. Dieses Angebot steht ab sofort auch deutschen Sendern zur Verfügung, um so innerhalb weniger Stunden eine voll funktionsfähige RadioDNS-Umgebung verwenden zu können. Die Technologie ermöglicht es jedem UKW/DAB-Radiosender, sein lineares Programm mit zusätzlichen IP-basierten Daten zu verknüpfen und zu erweitern.

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Bereits seit August vergangenen Jahres nutzen Antenne Niedersachsen und andere Sender die iRIS-Plattform von MEDIACODERS, um redaktionelle Inhalte anzureichern und in diversen Applikationen bereitzustellen. Dabei werden bestehende Systeme nicht verdrängt - iRIS fügt sich im Gegenteil über Schnittstellen sogar nahtlos in die vorhandene Systemwelt des Senders ein.

Über MEDIACODERS:

Bei MEDIACODERS entwickelt ein Team aus Radiomachern und Programmierern gemeinsam digitale Strategien für die Radiobranche und liefert dazugehörige technische Lösungen. Radio ist und bleibt das schnellste Medium. MEDIACODERS gibt ihm den nötigen digitalen Schub. 

Ihr MEDIACODERS-Ansprechpartner für iRIS:

Dirk Ritters

info@mediacoders.de                                                              

+49 431 5606 681

Storify zur Keynote von Helen Boaden auf den Radiodays Europe

Studie: 124 Millionen Webradio-Hörer in den USA

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Anfang März hat Edison Research gemeinsam mit Triton Digital eine interessante Studie über die Nutzung von digitalen Medien – insbesondere Audio-Angeboten – in den USA herausgebracht. Die spannendsten Ergebnisse und wichtigsten Learnings von „The Infinite Dial 2014“ haben wir hier einmal für Sie zusammengefasst:

  • Fast die Hälfte der über 12jährigen Amerikaner hat im letzten Monat mindestens einmal Radio über das Internet gehört. Das sind laut Studie geschätzte 124 Millionen Hörer – eine beachtliche Zahl!
  • Audiowerbung ist für 75% der Befragten ein fairer Preis, um für ein kostenloses Audio-Angebot im Netz zu „bezahlen“. Kurz: Das Pay-Modell „Werbung“ findet auch im Netz Akzeptanz bei den Hörern.
  • Steiler Aufstieg für iTunes Radio: 8% der über 12jährigen Amerikaner haben im letzten Monat den neuen Musik-Dienst von Apple genutzt. Damit hat iTunes Radio bereits Spotify überholt, liegt aber noch knapp hinter iHeartRadio (9%). Platzhirsch Pandora führt mit 31% das Ranking deutlich an. Wobei sich hier immer die Frage stellt, wie vergleichbar diese Dienste miteinander sind. Ist Pandora ein Online-Radio-Anbieter oder doch eher Radio-Musik-Dienst?
  • Pandora ist der mobile Audio-Gigant: Bei der Hälfte aller amerikanischen Smartphone-User (das sind laut Studie ca. 80 Millionen Menschen), die jemals eine App heruntergeladen haben, findet sich die Pandora-App auf dem Homescreen. Im Vergleich: Die deutsche Version der App von radio.de wurde bis Ende 2013 nach eigenen Angaben etwa 6,5 Millionen Mal heruntergeladen (s. Footer von Pressemitteilung).
  • Über die Hälfte aller Befragten besitzt ein TV-Gerät, das mit dem Internet verbunden ist. Das beinhaltet neben den Smart-TVs natürlich auch Set-Top-Boxen wie z.B. AppleTV oder Chromecast.
  • Podcasts sind in den USA eine etablierte Medienform – wenn auch nicht mit rasanten Wachstumsraten: 15% aller Befragten haben im letzten Monat einen Podcast konsumiert. Das entspricht gemessen an der Gesamtbevölkerung der USA etwa 40 Millionen Menschen.
  • Augenscheinlicher Social Media-Trend: Junge Leute nutzen immer häufiger „Image-Sharing“-Plattformen fernab von Facebook oder Twitter. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Foto-Dienst Snapchat.
  • Beim Entdecken von neuer Musik ist das klassische UKW-Radio immer noch der erste Anlaufpunkt für den Großteil der Amerikaner (75%). Aber auch hier findet ein digitaler Wandel statt: Die 12-24jährigen holen sich ihre Musik-Empfehlungen inzwischen vorwiegend bei YouTube. Überhaupt spielt der Video-Dienst von Google bei Konsumieren von Musik eine immer größere Rolle: 81% der 12-24jährigen Amerikaner haben YouTube zum Hören von Musik bereits benutzt – der Top-Wert unter den verschiedenen Angeboten.

Anmerkungen: Die deutlichste Schwäche der Erhebung von Edison Research ist mit Sicherheit die geringe Anzahl der zufällig per Telefon befragten Personen (2083 Personen). Immerhin wurden sowohl Festnetzanschlüsse als auch Mobilnummern angerufen. „The Infinite Dial“ wurde seit 1998 bereits 22 Mal durchgeführt:

The Infinite Dial 2014 from Edison Research

DashDisplay startet bei Antenne Niedersachsen

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In der Redaktion, im Studio und in den Büros ist DashDisplay bereits zu finden – insgesamt wurden 10 Bildschirme mit dem informativen News-Screen von MEDIACODERS in den Räumlichkeiten von Antenne Niedersachsen aufgebaut.

Ab sofort können sich alle Mitarbeiter und Besucher im Funkhaus mit einem einzigen Blick auf den neuesten Stand bringen. Egal ob Themen aus der eigenen Morningshow, die neuesten Trends bei Twitter oder die aktuellen Nachrichten aus der Newsredaktion – das DashDisplay aktualisiert sich automatisch und bietet 24/7 ein zuverlässiges Themen-Update.

Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten von unserem DashDisplay vielseitig. An erster Stelle stehen hier mit Sicherheit die Möglichkeiten für die Redaktionsmitglieder, die sich praktisch „on the fly“ die Themen des Tages abholen können. Die beliebtesten Tweets oder Suchbegriffe bei Google können dabei nicht nur in der Morgenkonferenz besprochen werden, sondern auch im Studio vom Moderator direkt ins Live-Programm mit einfließen. Zusätzlich dient u.a. die Angabe der aktuellen Web-Hörer als direktes Feedback zur laufenden Sendung.

Weitere Produktinformationen zu DashDisplay finden Sie hier:

www.dashdisplay.de

Radio & Social Media: “It’s all about love!”

In dieser spannenden Keynote erklären Chef-Controller Ben Cooper und Head of Visualization Joe Hartland von BBC Radio1 die Social-Media-Strategie ihres Senders.

Für diejenigen, denen das knapp einstündige Video zu lang ist, haben wir hier eine Auflistung der Kernaussagen des Vortrags zusammengetragen:

Visual Radio

  • Radiosender brauchen für einen funktionierenden Social-Media-Kanal guten Video-Content
  • Aber: „Visual radio is not TV!“
  • Die klassische „Listener-Journey“ geht so: Listen + Watch + Share
  • Video-Content muss also Verlängerung des Radioprogramms sein (Beispiel: Lustige Aktion mit Studio-Gast, die aber auch live gesendet wurde)
  • Inhalte müssen unbedingt teilbar sein
  • Jede Show muss als Podcast oder Vodcast on-demand abrufbar sein
  • Ein gutes Video braucht entweder einen OMG!, LOL! oder WTF?-Moment à um das liefern zu können, muss der Sender sein Publikum sehr gut kennen.

Umgang mit und Nutzen von Praktikanten

  • Dazu nutzt BBC Radio1 ihre jungen Praktikanten, die sie auf unkonventionelle Weise auswählt und nach eigenen Angaben anständig bezahlt
  • Bewerber müssen keinen Lebenslauf anhängen, sondern einfach guten, eigenen Web-Content vorzeigen (Blog, YouTube-Channel, Instagram-Stream etc.)
  • Dadurch lernt der Sender nicht nur etwas über seine Zielgruppe, sondern rekrutiert auch noch Talente für die BBC

Social-Media-Strategie

  • Die Strategie basiert auf der Annahme, das Radio für Folgendes steht:
  1. LIVE
  2. ZEITGEIST
  3. KURATION
  • Das seien zusätzlich auch die wichtigsten Unterschiede vom Radio zu Streaming-Diensten
  • Letztlich sei Social Media nicht nur ein Content-, sondern in erster Linie ein Marketing-Kanal, der auf die Marke des Senders einzahlt
  • „Das Wichtigste für die Marke ist die Liebe der Hörer!“ à Ben Cooper vergleicht das mit der Lieblings-Band aus der Jugend, von der man jede Platte gekauft hat ohne darüber nachzudenken.
  • Die Frage an einen Social Media-Redakteur, wie denn Erfolg aussieht oder messbar ist, sei deshalb fast nicht zu beantworten
  • Message zum Schluss: Sender müssen über Social Media nicht immer alles rausblasen, was sie für das Live-Programm produziert haben (Broadcasting on Social Media). Vielmehr sollte man auf die aktuellen Themen und Diskussionen direkt eingehen, anstatt krampfhaft Themensetting zu betreiben.

Musikerkennung & Radio: Der Near-Demand-Service?!

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Die Apps von Diensten wie Shazam oder SoundHound sind heiß begehrt. Beide Angebote verbuchen bereits millionenfache Downloadzahlen. Das Killer-Feature lautet: Automatische Musikerkennung.

Läuft im Café, in der TV-Serie oder aber im Radio ein bisher unbekannter, potentieller Lieblingssong, dann reicht ein Klick aus, damit die erwähnten Apps den passenden Titel und Interpreten ausspucken. Der Dienst gleicht dabei über einen sogenannten Fingerprint das laufende Audio mit seiner eigenen Datenbank ab – meistens dauert das Ganze nur ein paar Sekunden.

Mittlerweile gelten Shazam und Co. aber auch als Einfallstor für Neukunden der ebenfalls beliebten Music-On-Demand-Dienste wie Rdio oder Spotify. Neben den bekannten Kauf-Links zu iTunes oder Amazon, kann man als Nutzer den frisch entdeckten Song auch gleich über den Musikdienst des Vertrauens in Endlosschleife hören. Gerade haben dazu Rdio und Shazam ihre Zusammenarbeit weiter ausgebaut. Die durch die App erkannten Songs werden dabei direkt in einer eigenen Rdio-Playlist abgespeichert. 

Radio investiert – und verliert

Die klassischen Radiosender überlassen an dieser Stelle den stark wachsenden Musikdiensten das digitale Feld. Viele Sender profilieren sich über ihre Musikauswahl. Dafür stellen Redakteure Playlists zusammen und es wird auch in professionelles Musiktesting investiert. Der Hörer erfreut sich also zunächst am kuratierten Content im Radio und setzt danach sein Audio-Erlebnis auf anderen Plattformen fort. 

Dieser Umstand ist in der Tat erst einmal nicht neu – auch im Zeitalter der Schallplatten und CDs konnten die Leute regelmäßig auf die Beschallung aus dem Radio verzichten. Doch die digitale Welt bietet den Sendern, anders als „damals“, ganz neue Möglichkeiten, sich besser gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Chancen als Near-Demand-Service?

Brad Hill, Autor bei RAIN-NEWS, bringt hier die sich noch in der Betaphase befindende „Radio Search Engine“ ins Gespräch und zeigt, wie man Radio heutzutage digital weiterdenken muss. In die Suchmaske kann der Nutzer ganz einfach einen Song oder Interpreten eingeben, den er gerade hören möchte. Die „Radio Search Engine“ durchforstet dann alle ihr bekannten Radio-Streams, ob der gewünschte Titel oder Künstler in diesem Moment irgendwo gespielt wird. Per Klick kann man dann sofort den ausgewählten Stream starten. Das klappt bei Radiolieblingen wie Coldplay oder ABBA eigentlich immer – und natürlich bei neuen, aufkommenden Hits. Voraussetzung hierbei sind natürlich gut auslesbare Metadaten der Web-Streams, sowie eine kostenlose Anmeldung des Senders in der Suchmaschine.

Integriert man die „Radio Search Engine“ in Musikerkennungs-Apps wie Shazam oder SoundHound, könnte der Nutzer einen gerade entdeckten Titel auch ohne Bezahl-Abo bei einem Music-On-Demand-Dienst über eines der vielen Web-Radios streamen. Der Entwickler der Plattform, Michael Robertson, nennt sein Produkt spannenderweise einen Near-Demand-Service.

Natürlich ist es nicht steuerbar, wie viele App-Nutzer auf diese Weise den Stream meines Senders hören. Aber die Chancen auf neue Zuhörer steigen, da der Dienst auch auf den aktuellen Standort des Nutzers zugreift und somit regionale Sender bevorzugt angezeigt werden. 

Intelligente Radios: Automatisch individuell

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Der Mensch wird von seiner Umgebung beeinflusst – das hatten wir schon beim Blogbeitrag über das kreative Interior Design bei amerikanischen Tech-Startups festgestellt. Was würde es aber bedeuten, wenn auch unsere Radios und das dazugehörige Programm von unserer Umgebung gesteuert werden? Ein paar Beispiele: Scheint draußen die Sonne, dann werden die besten Sommerhits gespielt. Das Radiogerät stellt den Ton automatisch leiser, wenn ich ein Telefonat annehme. Oder das Autoradio spielt ausschließlich meine Lieblingssongs, sobald ich alleine im Wagen sitze.

Dass an solchen Themen bereits geforscht wird und auch schon erste Ergebnisse vorgestellt wurden, dürfte in der heutigen Zeit niemanden ernsthaft überraschen. Schließlich schlummert in solchen Technologien ein Füllhorn an Möglichkeiten, wie man das Audio-Erlebnis des Hörers - unabhängig vom Ausspielweg - noch weiter verbessern kann.

BBC stellt intelligentes Radio vor - VW experimentiert mit Audio

Bevor wir auf die spannenden Auswirkungen dieser Entwicklungen auf die Gattung Radio zu sprechen kommen, sollen hier in aller Kürze die aktuellen Experimente auf diesem Gebiet vorgestellt werden.

Bereits im Sommer 2013 wurde das von der britischen BBC gemeinsam mit weiteren Unternehmen und Forschungsgruppen entwickelte Perceptive Radio vorgestellt. Ziel war es herauszufinden, welche Geräusche und welche Tätigkeiten beim Radiohören stattfinden, um daraufhin das Programm situativ an die Gegebenheiten anzupassen. Dazu wurde ein Lichtsensor, ein Umgebungssensor sowie ein Mikrofon in das Device integriert. Bei der ersten Vorstellung eines Prototyps konnten bereits spannende Funktionen präsentiert werden – darunter eine Anpassung des Programms anhand der hiesigen Wetterlage oder die Veränderung der Lautstärke je nach Standort des Hörers.

Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgt das Projekt Play The Road von Volkswagen. Dabei komponiert eine App auf dem Smartphone die passende Begleitmusik beim Autofahren. Je nach Geschwindigkeit, Beschleunigung und Richtungseinschlag des Autos wird die Musik z.B. schneller oder höher abgespielt. Für das Experiment hat das britische Elektro-Duo Underworld die passenden Songs geschrieben. Die App greift dabei auf Handy- und GPS-Daten zurück. Außerdem ist das Smartphone am Bordcomputer des Autos angeschlossen (Youtube-Link einer Testfahrt).

Was bedeutet das fürs Radio?

Beide Entwicklungen sollen dem Menschen automatisch ein besseres Hörerlebnis bieten und ein konzentrierteres Zuhören ermöglichen. Und diese Vorteile für den Hörer können sich bei geschickter Nutzung auch positiv auf die Radiosender auswirken. Ein durch Daten und Sensoren automatisch individualisiertes Programm, das zudem die Intensität des Hörens verstärken soll, bietet auf der Vermarktungsebene viele Möglichkeiten. Werbung könnte wesentlich gezielter ausgespielt werden. Was so einfach klingt, sollte allerdings nur ein Bestandteil einer zukünftigen Gesamtstrategie sein. Eine datenbetriebene Automation ersetzt keine kuratierte Playlist oder gute Inhalte.

Und will man diese Inhalte für einen intelligenten Radiostream nutzbar und im eigenen System auffindbar machen, dann müssen diese nach ihrer Produktion auch besonders behandelt werden. Ein Forscherteam der BBC spricht hier von Object-based Broadcasting. Das bedeutet, dass jedes einzelne Programm-Element mit Metadaten versehen werden muss. Wenn Sommerhits gespielt werden sollen, dann müssen die jeweiligen Songs als Sommerhit im System markiert sein. Aber auch Wortbeiträge können durch Verschlagwortung auffindbar gemacht werden, um in einer intelligenten Programmstruktur am richtigen Ort zur richtigen Zeit dem richtigen Hörer ausgeliefert werden zu können.   

Das Radio von heute gilt als Lean-Back-Medium, d.h. ein Medium bei dem der Nutzer zum größten Teil nur passiv beteiligt ist und sich unterhalten lässt. Das ist auch eine große Qualität des Radios, die die Jukebox-Funktionen der Streaming-Dienste wie Spotify oder Deezer noch längst nicht erreicht haben. Die gute Nachricht: Sollten sich Technologien wie Perceptive Radio durchsetzen, so würde diese Qualität trotzdem erhalten bleiben.  Das Hörerlebnis wird lediglich durch den Aufenthaltsort und das ganz normale Verhalten (Tätigkeiten in der Wohnung, Autofahren etc.) des Nutzers beeinflusst und individualisiert.